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Das Thema Führung ist ein Dauerbrenner. Was sind die Erfolgsgeheimnisse der Top-Manager ? Welche Führungstechniken sichern die Zukunft von Unternehmens ? Wie entwickelt sich Führung weiter ? Es gibt immer neue Fragen und Anregungen.

Seit einiger Zeit wir von einem radikalen gesellschaftlichen Wandel gesprochen. Die Globalisierung, die Digitalisierung und wesentliche gesellschaftliche Entwicklungen, so wird allenthalben festgestellt, führen uns in eine neue Zeit. Wir werden in zahlreichen Beiträgen und Diskussionen aufgefordert, uns den neuen Herausforderungen zu stellen und Antworten auf drängende Fragen zu geben. Glaubt man den Autoren und Meinungsträgern geht es um nicht weniger als um unsere Zukunft.

Somit ist die Frage des richtigen Weges und der guten Führung gestellt. Wir wollen Fortschritt, um in der „neuen Zukunft“ weiter bestehen zu können.

Die fehlende politische Führung

Während wir selbst die gesellschaftlichen Veränderungen nur beobachten, schauen wir mit großen Augen auf die Politik, von der wir aktives Handeln erwarten. Es besteht die klare Erwartung, durch kluge Konzepte und mutiges Handels die Zukunftsfähigkeit unser Gesellschaft sicher zu stellen. Unser Anspruch an die Politik ist es, den Veränderungsbedarf zu erkennen und den notwendigen Fortschritt voran zu treiben. Wir fordern eine politische Führung, die den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Fortschritt voran treibt und den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnet. Aber ebenso herrscht eine erhebliche Skepsis, ob die politische Führung die notwendigen Anstrengungen meistern kann. Zu viele Aspekte sind zu berücksichtigen, zu viele verschiedene Meinungen sind ernst zu nehmen und zu viele Institutionen stehen sich mit zu unterschiedlichen Lösungsansprüchen gegenüber. Und nicht zu letzt buhlen zu Viele um das Vertrauen, die Misere beseitigen zu können. Die Politik ist kleinteilig und in vielen Fällen nicht richtungsweisend. Die politische Führung fördert den Fortschritt nicht oder zu wenig. Viele Menschen wünschen sich eine andere oder neue Führung in der Politik.

Die neue Führung für die Wirtschaft

Was die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft angeht, ist natürlich nicht nur die politische Führung angesprochen. Hier sind die Wirtschaft selbst oder besser die Unternehmen gefordert. Die Fingerzeige sind klar: vor dem Hintergrund gravierender gesellschaftlicher und technischer Entwicklungen müssen die richtige Schritte eingeleitet werden. Die Unternehmen sollen die Globalisierung, Digitalisierung und das Unternehmen 4.0 nicht verschlafen, sondern als Chance erkennen und mutig neue Geschäftsmodelle, neue Produkte und neue Märkte entwicklen. Der gesellschaftliche Fortschritt heißt auf Unternehmensebene Innovation. Durch Innovation soll der Fortschritt gesichert und voran getrieben werden. Es ist allen klar, dass die Unternehmen eine gute und weitsichtige Führung benötigen, um die neuen Herausforderungen meistern können. Nicht selten wird ein ganz neues Führungsverständnis gefordert, damit die Unternehmen die notwendigen Innovationen auch bewerkstelligen können.

Den Startpunkt bestimmen

Jeder fortschrittliche Weg und jede innovative Lösung wird nicht nur durch das Ziel oder das Endergebnis bestimmt. Ein Weg oder eine Entwicklung hat immer auch einen Ausgangspunkt. Also wo starten wir mit den Projekten Fortschritt für die Gesellschaft und Innovation in Unternehmen? Wie lang ist denn vom heuten Startpunkt aus der Weg der zu gehen ist. Wie schnell können wir die ersten wichtigen Wegmarken erreichen ?

Hier muß eine neue Führung ansetzen, wenn Sie eine Umsetzung erreichen will. Die schwierige Ausgangslage einer neuen Führung muss aufgezeigt werden, um daraus ein neues Verständnis für eine zukunftsfähige Führung in Unternehmen abzuleiten. Die Beschreibung der Ausgangssituation als Ansatzpunkt für das Neue zu wählen, wird dem Einen oder Anderen vielleicht banal erscheinen. Für mich ist es weise. Die meisten Veröffentlichungen beschränken sich bei der Beschreibung der Ausgangslage auf sehr allgemeine Aspekte. Eigentlich reduzieren sie sich auf die Feststellung, dass wir in Zeiten zunehmender Komplexität, erhöhter Dynamik, steigendem Wettbewerbsdruck und einer nicht aufzuhaltenden Digitalisierung leben. Auch ohne eine nähere Beschreibung der Phänomene erfährt diese Feststellung viel Zuspruch. Die fehlende Auseinandersetzung mit der Ausgangslage ist aus Sicht der „Neudenker“ wohl entbehrlich, denn es geht doch um die Forderungen an die Zukunft des Arbeitens und der Führung: Eine Befreiung von alten Zwängen, ein konstruktives Umfeld, ein engagiertes Miteinander, eine ausgeprägte Teamorganisation, Freiräume und eine Führung ohne Hierarchie.

Die neuen Vorschläge zur Führung erfüllen vordergründig alle Voraussetzungen sich durchzusetzen, sie sind modern, fortschrittlich, innovativ und passen wunderbar in unser gesellschaftliches Bild. Doch dem Anspruch auf Veränderung steht der Status Quo entgegen. Die Unternehmenslenker müssen Konzepte umsetzen, die auf dem Ist aufbauen und einen Weg beschreiben, dem die Leute auch folgen (können). Die Vorschläge müssen nicht modern und sexy sein, sondern weise.

Die philosophische Perspektive

Philosophie ist die Liebe zur Weisheit, deshalb wird bewußt Philosophie als Ansatzpunkt der Überlegungen gewählt. Philosophie zeigt auf, auf welchen gesellschaftlichen und unternehmerischen Werten und Einstellungen ein neue Führung aufsetzt. Es sind der Zeitgeist oder die Kultur der Gesellschaft, die den Status Quo prägen und aus dem heraus eine neue Führung entwickelt werden muss. Es stimmt, wir stehen an einem Punkt, wo sich vieles ändert. Eben auch der Zeitgeist. Die eine oder andere Entwicklung ist noch ein „zartes Pflänzchen“ und die Veränderungen sind nur bei sehr genauem Hinsehen sichtbar. Doch die hintergründige und philosophische Auseinandersetzung mit unserer gesellschaftlichen und unternehmerischen Kultur zeigt uns Entwicklungen, die wohl nicht mehr aufzuhalten sind. Neue Einstellungen und Werte, werden sichtbar. Sie werden die gesellschaftliche, wirtschaftliche und unternehmerische Zukunft formen. Aus diesem neuen und tiefgründigen bzw. philosophischen Verständnis der Ausgangslage und der wesentlichen Entwicklungen wird die neue Führung abgeleitet.

Mehr oder weniger Führung

Noch fordert der Zeitgeist eine immer breitere Beteiligung an Entscheidungen. Die modernen Ansätze zur Führung betonen Teams und hierarchiefreie Organisationen. Doch seien Sie gewiss, dass aus dem Mehr an Beteiligten in Zukunft die klare Forderung nach einer stärkeren Führung hervorgehen wird. Der Erhalt von Wettbewerbsfähigkeit und die Umsetzung echter Innovationen benötigen weitsichtige, mutige und schnelle Entscheidungen. Aus der breiten Führung wird eine starke Führung werden müssen. Aus einer stark verzweigten Verantwortung mit einem ausufernden Konsensprinzip muss wieder eine kompetente Führung werden, die auch was entscheiden darf. Die Hierarchie wird sich in einer neuen Form durchsetzen: Mehr organisatorische und fachliche Kompetenz auf den oberen Ebenen und mehr Vertrauen und Verantwortung an die unteren Ebenen. Was aber keine Zukunft hat: Das alle sich auf einer Ebene treffen.