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Die Meldungen überschlagen sich und die Auswirkungen der Pandemie sind nun auch für fast jedem in diesem Lande spürbar. Es gibt zahlreiche Beiträge, die über die rechtlichen Konsequenzen aufklären und Hilfestellung geben wollen. Wir haben beobachtet, dass diese Ratschläge überwiegend für die Arbeitnehmer ausgearbeitet sind. Mit einer kleinen Serie an Artikeln möchten wir nun den Unternehmern in dieser schwierigen Situation unter die Arme greifen.

Die Ausgangslage

Die Ausgangslage für die Unternehmen ist genauso schlimm wie unbestimmt. Fest steht, dass es Branchen gibt, bei denen die Umsätze auf ein Niveau nahe Null fallen werden. Fest steht auch, dass es in allen Branchen zu spürbaren Umsatzausfällen kommen wird, aber das Geschäft kann vielleicht auf kleiner Flamme weiter laufen. Das größte Problem besteht darin, dass es keine sicheren Prognosen über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona gibt und vor allen Dingen, der zu überbrückende Zeitraum nicht vorhergesagt werden kann. So wird wohl kein Unternehmen umhin können, auch ein Schreckensszenario einmal komplett durchzudenken.

„Es ist unvermeidlich, verschiedene Szenarien durchzuspielen und die Gefährdung der Unternehmen abzustecken“. (Dr. Guido Schmidt, Dr. Schmidt & Collegium)

Die wichtigsten Maßnahmen

Betroffenheit allein ist kein guter Ratgeber. Die Fakten müssen auf den Tisch. Auch wenn es vielen Unternehmern fast unmöglich erscheint, so muss man doch eine wirtschaftliche Planung erarbeiten. Die Bundesregierung hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die negativen Folgen der Krise für die Unternehmen abzufedern. Doch das Leben ist kein Wunschkonzert. Wenn man Kredite beantragt, oder sonstige Hilfen in Anspruch nehmen will, dann müssen die Unternehmen die Fakten auf den Tisch legen. Wie hoch ist der erwartete Umsatz in den nächsten Wochen? Welche Mitarbeiter können in Kurzarbeit gehen? Welche Bestellungen sind jetzt noch notwendig und bezahlbar?

Die Krisenprognose erstellen

Es erscheint uns absolut notwendig, die Transparenz zu schaffen, wie man das gesamte Unternehmen auf der Kostenseite auf ein absolutes Minimum herunter fährt. Hier kommt der Begriff der Kostenremanenz ins Spiel, denn nicht alle Kosten sind variabel, lassen sich tatsächlich synchron zu den Einbußen auf der Umsatzseite anpassen. Die Kosten laufen weiter, während die notwendigen Umsätze fehlen. Aber wenn es denn so ist, dann muss man das als Unternehmer und Manager eben wissen.

Es ist zwingend, ein „Winterschlafszenario“ zu erarbeiten.

Dr. Guido Schmidt, Dr. Schmidt & Collegium

Dem Tod ins Auge blicken

Wenn das Winterschlafszenario nur einen sehr kurzen Zeitraum des Überlebens für das Unternehmen zeigt, dann muss man weitere Aspekte ins Auge fassen.

Die KFW stellt Kredite und Ausfallbürgschaften zur Verfügung. Es wird versichert, dass die Genehmigungsprozesse sehr kurz sein sollen. Damit es aber zu keinen Engpässen kommt, muss man auf Basis von Berechnungen rechtzeitig die Anträge stellen.

Der Nachteil von Krediten ist, dass sie die Liquidität nach der Krise belasten. Wer weiss, ob es wirklich wieder besser wird und der Kapitaldienst keine Problem ist.

Die andere Alternative ist die geplante Insolvenz. Ja das ist ein Schreckenswort, aber die Unternehmenslenker können in diesem Fall sicher darlegen, dass dieser Schritt nicht auf einem Management-Versagen beruht. Der Gesetzgeber hat insbesondere das Instrument der Insolvenz in Eigenverwaltung eingeführt, um aus eigener Kraft eine erfolgreiche Restrukturierung zu schaffen. Anders als im Regelverfahren, bleibt der Inhaber am Ruder und verliert nicht automatisch seine Anteile an die Gläubiger.

Also machen Sie sich an die Arbeit und erstellen sie die verschiedenen Szenarien. Die Zeit drängt.