Der Shareholder Value war das dominante Dogma der Wirtschaft im letzen Jahrhundert. Trotz andersartiger  Bekundungen ist diese Orientierung nach wie vor in den großen Unternehmen nicht verschwunden. Zumindest, wenn man versteht, was eigentlich hinter dem Shareholder Value steckt.   

Erkennen Sie die dramatischen Folgen in der Wirtschaft durch die “Amerikanisierung” der Wirtschaft in der westlichen Welt. Lernen Sie die richtigen Stellschrauben für eine langfristige und zukunftsgerichtete Unternehmensführung kennen.

Die Philosophischen Fragen:

  • Was kommt nach dem Shareholder Value ?
  • Wie kann man die Macht der starken Aktionäre entgegen treten ?

KERNTHESE

Nach dem Shareholder Value sollen alle Stakeholder als Werttreiber der Wirtschaft und Unternehmen verstanden werden. Doch das ist falsch: 

Die  Unternehmen selbst müssen wieder in das Zentrum der Unternehmensführung gesetzt werden. Das Unternehmen ist ein Wirtschaftssubjekt mit einer eigenen Persönlichkeit. Die Leitung ist in erster Linie dem unternehmen gegenüber verpflichtet.

 

 

 

Was Kommt nach dem Shareholder Value

Eine Essay Düsseldorf, im August 2019

Am 19. August 2019 wurde in den USA eine Revolution ausgerufen. Es ging die Nachricht über den Ticker, dass der Business-Roundtable, also eine der mächtigsten Lobby-Gruppen in den USA, eine Abkehr vom Shareholder-Value proklamiert hatte. Klangvolle Namen wie Jamie Dimon (JP Morgan Chase), Jeff Bezos (Amazon), Tim Cook (Apple) oder James Quincey (Coca-Cola) hatten eine entsprechende Verlautbarung unterschrieben. Die Botschaft an die Welt lautet, den Zweck der Unternehmen grundsätzlich neu zu definieren und nicht mehr allein an den Anteilseignern auszurichten. Auch die weiteren Stakeholder wie Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und die gesamte Gesellschaft sollen nach der Verlautbarung bei der Führung von Unternehmen berücksichtigt werden.

Seit den 80er Jahren war der Shareholder-Value das dominante Ziel der Wirtschaft. Erklärungen des Roundtables hatten von 1997 an, durchgängig die Wertsteigerung für die Aktionäre als oberstes Ziel proklamiert. Die Mitteilung aus dem August dieses Jahres steht im krassen Gegensatz dazu. Also tatsächlich eine klare Wende und damit eine Sensation?

Aus dem extremen Ansatz des Shareholder Value hat sich in den USA tatsächlich eine teilweise massive Kapitalismuskritik entwickelt. Außer der starken Fokussierung auf den Profit für Aktionäre stehen hohe Bezahlungen der CEOs und eine wachsende Kluft zwischen Armen und Reichen in der Kritik. Selbst US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf vor drei Jahren die Wall Street kritisiert, dem aber wenig Taten folgen lassen. Die Frage stellt sich also, ob es sich tatsächlich um eine ernst gemeinte Wende der Unternehmen handelt, und wenn ja, was in Zukunft die dominanten Paradigma im Management sein könnten.

Das längste an dem Schreiben ist die Liste der Unterschriften. Es sind genau 181, die mehrere Seiten füllen. Der Text selber ist relativ kurz und umfaßt gerade einmal eine Seite.(fn)Nach einem einleitenden Satz gehen die Verfasser gezielt auf die verschiedenen Stakeholder ein:

  • Customers. Entsprechend der amerikanischen Tradition werden wir auch weiterhin die Erwartungen unser Kunden übertreffen.
  • Employees. Wir investieren in unsere Mitarbeiter durch Weiterbildung und Trainings und versichern eine faire Bezahlung.
  • Suppliers. Wir versichern, gute Partner zu sein und fair und ethisch mit unseren Lieferanten umzugehen.
  • Communities. Wie respektieren die Menschen und unterstützen die Gemeinden in denen wir aktiv sind und schützen die Umwelt.
  • Shareholder. Wir generieren langfristige Wertsteigerungen für diejenigen, die uns mit ihrem Geld die Möglichkeiten von Investitionen, Wachstum und Innovation verschaffen.

Zum Abschluss das Statement, dass, um Erfolg zu haben als Unternehmen, als Community und als Land eben alle Stakeholder wichtig sind und deshalb Mehrwert für jede Gruppe geschaffen werden muss.

Den ganzen Text finden Sie hier